Die Namensgeberin: Annedore Leber

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Annedore Leber

Das Leben von Annedore Leber

Annedore Leber, geb. Rosenthal, wurde am 18. März 1904 in Berlin-Wilmersdorf geboren. Sie wuchs in Berlin, Fürstenwalde und Lübeck auf. Von ihrem Vater erhielt sie Privatunterricht. Nach einem kurzen Studienaufenthalt in München wechselte sie in die Ausbildung zur Schneiderin und legte in Berlin die Meisterprüfung ab, um anschließend als Volontärin der Firma Gerson in Berlin zu arbeiten.

In Berlin heiratete sie am 21.11.1927 den ihr aus Lübeck bekannten Dr. rer. pol. Julius Leber, Reichstagsabgeordneter der SPD und Redakteur des Lübecker Volksboten. Sie hatten zwei Kinder, Katharina und Matthias. Er wurde wegen seiner Widerstandstätigkeit am 10. Juli 1944 verhaftet und auf Beschluss des "Volksgerichtshofes" am 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Nach ihrem Eintritt in die SPD im Jahre 1927 sagte Annedore Leber: "Als ich zuerst zu politischem Bewusstsein erwachte, waren es wohl zunächst nur elementare Begriffe der Humanität und des sozialen Mitgefühls, der Toleranz und der Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie, die mich innerlich aufgerichtet haben." (Aus dem Telegraf, Rubrik "Stimme der Frau").

Die Folgen dieser politischen Überzeugung in den Jahren des Faschismus waren für die Familie Leber: Verhaftung, Verfolgung, Ausgrenzung, finanzielle Not, ständige Angst um das eigene Leben und das der Angehörigen. Annedore Leber, die sich an der Widerstandstätigkeit ihres Mannes beteiligt hatte, blieb selbst von Verfolgungen nicht verschont und war in der Zeit vom 7.August 1944 bis Oktober 1944 wegen Sippenhaft in der Frauenhaftanstalt Moabit inhaftiert.

Aufgrund ihrer Erlebnisse während des Krieges engagierte sie sich anschließend im gesellschaftspolitischen Bereich. So übernahm sie verschiedene Funktionen innerhalb der SPD und für die SPD, wie Leiterin des Frauensekretariats der SPD und Mitglied des Zentralausschusses der SPD sowie Stadtverordnete von Groß-Berlin. Sie war aber auch Mitglied des Kulturpolitischen Beirates des Auswärtigen Amtes und Mitglied der UNESCO-Kommission, um nur einige ihrer Funktionen zu nennen.

Sie veröffentlichte drei Bücher, davon zwei Bildbände über Lebensbilder von Widerstandskämpfern. Sie war Lizenzträgerin der Berliner Tageszeitung "Telegraf". Annedore Leber nutzte viele Veranstaltungen, um sich mit ihrer ganzen Kraft für die Entwicklung eines neuen, besseren Deutschland einzusetzen.


Quelle: www.albbw.de

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